Östliche GorillasArtikel Östliche Gorillas

Mitarbeiter-Gesundheitsprogramm

Kategorie: Gorilla Journal, Ausgabe 40, D. R. Kongo, Grauergorillas, Kahuzi-Biega, Vulkan-Nationalpark, Krankheiten, Schutzmaßnahmen
Ein Wildhüter wird im Rahmen des EHP untersucht.

Ein Wildhüter wird im Rahmen des EHP untersucht. (© MGVP)

Wie überall, wo Menschen und Tiere in Kontakt kommen, sind auch im Kahuzi-Biega-Nationalpark Zoonosen eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Das sind Infektionskrankheiten, die von Menschen auf Tiere (und umgekehrt) übertragen werden. Diese Gefahr gilt mittlerweile als drittschwerste Bedrohung für den Gorillabestand im Allgemeinen und betrifft habituierte Gruppen, die regelmäßig von Menschen besucht werden, ganz besonders.

Das MGVP hat sich zum Ziel gesetzt, die Risiken der Krankheitsübertragung zwischen Mensch und Tier zu minimieren. Ein wichtiges Mittel dafür ist das so genannte Employee Health Program. Es zielt darauf ab, die Gesundheit der habituierten Berggorillagruppen zu sichern, indem es den gesundheitlichen Schutz der Personen, die regelmäßig mit ihnen in Kontakt sind, gewährleistet bzw. verbessert. Den häufigsten Kontakt mit den Gorillas haben die Fährtensucher und Touristenführer. Ihnen, aber auch den in den Schutzgebieten tätigen Trägern, Wissenschaftlern, Tiermedizinern usw. werden im Rahmen des Programms regelmäßige Gesundheitschecks angeboten, ebenso ihren Familienangehörigen. Das Programm wurde zunächst im Vulkan-Nationalpark in Ruanda umgesetzt, aber inzwischen ist es auch im Virunga-Nationalpark und im Kahuzi-Biega-Nationalpark eingeführt; insgesamt nehmen ca. 750 Personen daran teil. Jeder Parkmitarbeiter füllt zunächst einen Fragebogen aus, anhand dessen sein Gesundheitsstatus festgestellt wird. Hinzu kommen eine medizinische Untersuchung, die Analyse von Blut- und Stuhlproben (letztere auf Darmparasiten wie die häufig vorkommenden Band-, Maden- oder Hakenwürmer), Tests auf HIV und TB, ein Sehtest sowie eventuell erforderliche Therapien und Impfungen. Ferner erhalten die Parkmitarbeiter Broschüren zur Gesundheitsaufklärung.

Sämtliche Patientendaten werden streng vertraulich behandelt und von geschultem Personal in Datenbanken erfasst. Damit können behandlungsbedürftige Personen ausfindig gemacht werden (die beispielsweise an Diabetes oder Bluthochdruck leiden), epidemiologische Profile lassen sich erstellen und gesundheitsgefährdende Faktoren ermitteln. So kann sich das MGVP einen Eindruck vom Gesundheitszustand der Bevölkerung im Parkumfeld (aus dem viele Mitarbeiter stammen) verschaffen und das Risiko für die Übertragung von Krankheiten auf die Gorillas abschätzen.

Die Berggorilla & Regenwald Direkthilfe unterstützt nun das MGVP, damit das Programm im Kahuzi-Biega-Nationalpark fortgeführt werden kann. Dort nehmen 104 Mitarbeiter an der Gesundheitsversorgung teil. Ihre Einstellung zu dieser Maßnahme ist ausgesprochen positiv und die Kooperation mit der Parkverwaltung und dem ICCN funktioniert sehr gut. Wir gehen deshalb davon aus, dass das Programm auch in Zukunft erfolgreich zum Schutz der Gorillas beitragen wird.


Mountain Gorilla Veterinary Project