Östliche GorillasArtikel Östliche Gorillas

Mondberge: Ruhija, Uganda 2011

Kategorie: Gorilla Journal, Ausgabe 43, Berggorillas, Bwindi, Mensch & Gorilla, Reiseberichte, Uganda, Tourismus
Gorilla bei Ruhija (© www.mondberge.com)

Gorilla bei Ruhija (© www.mondberge.com)

Andreas Klotz, Michael Matschuck und Martha Robbins mit Park-Mitarbeitern (© www.mondberge.com)

Andreas Klotz, Michael Matschuck und Martha Robbins mit Park-Mitarbeitern (© www.mondberge.com)

Schüler führen ein Theaterstück auf (© www.mondberge.com)

Schüler führen ein Theaterstück auf (© www.mondberge.com)

Uganda, Juni 2011: Nach der faszinierenden Wanderung durch den Ruwenzori und einer kurzen Safari im Queen-Elisabeth-Park liegt der Besuch der Berggorillas und der Hilfsprojekte im Bwindi-Impenetrable-Nationalpark vor uns – Mondberge meets Gorilla beringei beringei.

Die Straßen werden immer unwegsamer, staubige Pisten und Schlaglöcher stellen den Fahrer unseres Jeeps auf die Probe. Die Wälder werden dichter, die Hütten seltener, das Grün undurchdringlicher. Durchgeschüttelt kommen wir schließlich in Ruhija an und treffen Martha Robbins: Die Primatenforscherin mit der Spezialisierung auf Berggorillas verbringt mehrere Monate im Jahr mit ihren Mitarbeitern in diesem kleinen Ort, um sich der Erforschung der bedrohten Tierart zu widmen.

Bei einem gemeinsamen Barbecue in unserer Lodge, zu dem sie ihre Mitarbeiter Emily Turinawe, Peter Kabano und zwei Studenten mitbringt, erzählt sie uns von den Berggorillas, von der Arbeit im Dschungel und den Herausforderungen, die damit verbunden sind. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist die Aufklärung der Bevölkerung über den friedlichen Umgang mit den Tieren. Darüber hinaus sollen die Tiere mit einer Bestandsaufnahme noch in diesem Jahr gezählt werden.

Emily Turinawes Aufgabe ist es, den Kindern in den Schulen des Ortes den sorgsamen Umgang mit der Natur nahe zu bringen. Bis vor ein paar Jahren wurden Gorillas getötet, wenn sie sich in die Orte verirrten, da die Menschen Angst vor ihnen hatten.

Durch ein besseres Verständnis ihrer Lebensweise und der Natur im Bwindi-Park akzeptieren die Menschen die Tiere immer mehr. Denn die Anwesenheit der Berggorillas zieht langfristig Touristen an, bringt Geld in die Region und schafft Jobs. Das Mondberge-Team unterstützt Emilys Arbeit mit Schulheften und Stiften, Kreide und anderen Materialien für die Schule.

Peter Kabano geht beinahe jeden Tag in den Wald, um zwei Gorillagruppen zu habituieren, also an Menschen zu gewöhnen. Die von Natur aus scheuen Tiere werden in einem bis zu zwei Jahre dauernden Prozess langsam mit Menschen konfrontiert, bis sie schließlich nicht mehr die Flucht ergreifen. Dann können Touristen zu den Gorillas geführt werden.

Martha selber bereitet unter anderem den Zensus vor. Da die Zählung mit einer genetischen Analyse des Kots verbunden ist, haben wir 1000 Probenröhrchen mit einigen Diskussionen durch den Zoll gebracht. Sie werden demnächst gefüllt wieder nach Deutschland geschickt und analysiert.

Der nächste Morgen führt uns zu den Berggorillas, die sich tief im Dschungel verstecken und denen wir im undurchdringlichen Gebüsch begegnen. Dominante Silberrücken, aufmüpfige Schwarzrücken, treu sorgende Weibchen und verspielte Jungtiere ziehen uns für eine Stunde in ihren Bann.

Zum Dank für die Geschenke führen die Kinder der Schulen am Nachmittag ein Theaterstück für uns auf. Sie singen und tanzen, sie sind ausgelassen trotz der Armut, die ihr Leben bestimmt. Doch als die T-Shirts verteilt werden, stehen sie geduldig in langen Schlangen an.

Der Abschied von Ruhija, den wundervollen Menschen, die wir getroffen haben, und den sagenumwobenen Tieren fällt uns schwer. Und der Nebel, der sich in der Talsenke wie ein See ausbreitet, die grünen Hänge und die klangvollen Laute aus dem Dschungel verstärken das Bedürfnis, einfach zu bleiben.

Andreas Klotz und Stephan Martin Meyer, Mondberge