Östliche GorillasArtikel Östliche Gorillas

Weltnaturerbe Kahuzi-Biega

Kategorie: Ausgabe 48, Bestandsaufnahme, D. R. Kongo, Gorilla Journal, Grauergorillas, Kahuzi-Biega
Wilderer-Camp

Wilderer-Camp (© ICCN)

Bereiche des Parks, in denen die Bestandsaufnahme stattfand

Bereiche des Parks, in denen die Bestandsaufnahme stattfand (© Angela Meder nach Vorlagen von Radar Nishuli)

Der Kahuzi-Biega-Nationalpark ist ein Weltnaturerbe, das 1997 von der UNESCO auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt wurde. Die UNESCO gibt Empfehlungen zu Maßnahmen, die den ursprünglichen Zustand wiederherstellen und die Gefährdung des Weltnaturerbes verringern sollen. Eine der Empfehlungen ist es, sobald als möglich eine Bestandsaufnahme der Wildtierpopulationen im Tieflandteil des Parks durchzuführen.

In den letzten Jahren wurde immer nur der Bestand im Hochlandteil des Nationalparks untersucht, da die Sicherheitslage im Tieflandteil zu kritisch war. Mittlerweile hat sich die Lage etwas verbessert, sodass in der zweiten Hälfte 2013 in den Regionen Nzovu und Itebero Bestandsaufnahmen durchgeführt werden konnten. Mitarbeiter des Parks und Spezialisten der WCS untersuchten 68 Tage (31 Tage in Itebero und 37 Tage in Nzovu) den Bestand der Menschenaffen, vor allem der Gorillas, sowie Anzeichen menschlicher Aktivitäten im Park. Außerdem sammelten sie Daten zu Amphibien und Reptilien, um die Auswirkungen des Klimawandels zu erforschen. Zwei Teams erfassten 661 Koordinatenpunkte; sie registrierten Gorillanester und dort gefundenen Kot, um Alter und Geschlecht der Tiere zu bestimmen.

Ergebnisse für Itebero: Die Teams gingen 7 Transekte mit je 3 km und 4 Quadranten mit einer Diagonale von 7 km ab. Dabei wurden an 5 Stellen neue Gorillanester, an 12 Stellen trockene Nester und an einer Stelle ein altes Nest entdeckt. Die anhand der Nester bestimmte mittlere Gruppengröße variierte zwischen 1 und 4,5 mit einem Maximum von 11 Individuen. Schimpansennester fanden sie an 15 Stellen. Außerdem sahen sie 3 Gorillas und bestätigten das Vorkommen von Diademmeerkatzen, Rotschwanzmeerkatzen, Dent-Meerkatzen und Eulenkopfmeerkatzen. Der Krieg hat seine Spuren in diesem Teil des Parks hinterlassen: Menschliche Siedlungen, deren Bewohner hauptsächlich von der Wilderei leben, sind entstanden, und der Zugang zu Itebero bleibt für die Parkmitarbeiter sehr schwierig; Ausrüstung und Nahrungsmittel werden mit Motorrädern transportiert.

Ergebnisse für Nzovu: 7 Transekte mit je 3 km zwischen Nzovu und Katusi sowie ein Quadrant mit einer Diagonale von 7 km wurden untersucht. Das Gebiet von Luyuyu Swiza, das auch für die Bestandsaufnahme vorgesehen war, konnte aufgrund von Kämpfen zwischen rivalisierenden bewaffneten Gruppen nicht besucht werden. In Nzovu wurden 3 Stellen mit neuen Gorillanestern und eine Stelle mit alten Nestern entdeckt. Die mittlere Gruppengröße variierte zwischen 1 und 4,6 Individuen mit einem Maximum von 8. Außerdem wurden Kot eines Gorillasäuglings und 17 Schimpansennester gefunden. Im gesamten Gebiet gab es Anzeichen menschlicher Aktivitäten: 10 Pfade, 100 Fallen, 9 Wilderercamps, 7 Bergbau-Minen und 11 Patronenhülsen des Kalibers 12 wurden entdeckt. Die Fallen und Camps wurden abgebaut und Wilderer, denen die Teams begegneten, wurden aufgeklärt.

Insgesamt fanden die Teams 123 Arten von Amphibien und Reptilien – 46 in Itebero und 77 in Nzovu.

Für das Jahr 2014 ist eine umfassende Bestandsaufnahme geplant, damit der Schutz des Kahuzi-Biega-Nationalparks besser geplant werden kann.

Radar Nishuli