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Die Arbeit der Fährtenleser in Sarambwe

Kategorie: Ausgabe 54, Berggorillas, Sarambwe, Schutzmaßnahmen

Zwei Personen aus Uganda, die sich illegal im Sarambwe-Reservat aufgehalten haben, sind verhaftet worden. Sie hatten ein Feld angelegt, um Chinesische Pflaumen und Tabak zu ziehen. (© Faustin Byarufu Kasiribindi)

Die Fährtenleser im Sarambwe-Schutzgebiet führten ihre Patrouillen zur Beobachtung der Gorillas und zur Kontrolle der Wilderei gemeinsam mit Soldaten der FARDC durch. Die Patrouillen fanden von April 2016 bis März 2017 an durchschnittlich 22 Tagen pro Monat statt, insgesamt an 264 Tagen innerhalb dieses Zeitraums.

Darüber hinaus hielten die Fährtenleser die Wildhüterstationen instand und markierten die Grenzen des Schutzgebiets. Im Juni 2016 wurden eine provisorische Küche und eine Latrine für das Wildhütercamp in Sarambwe gebaut, um die Hygiene im Camp zu verbessern. Die Grenzen zwischen dem Schutzgebiet und den Feldern der Bevölkerung sind nun durch einen 4 m breiten und 7 km langen Pfad gekennzeichnet, was die Konflikte mit der Bevölkerung deutlich verringerte. Auch die Wege im Schutzgebiet, die bei den Patrouillen benutzt werden, müssen die Fährtenleser regelmäßig instandhalten.

Von den großen Säugetieren werden in Sarambwe 7 Arten regelmäßig beobachtet: Guerezas, Diademmeerkatzen, Rotschwanzmeerkatzen, Paviane, Schimpansen, Gorillas und Buschschweine. Gelegentlich besuchen auch Elefanten und Wasserböcke das Reservat. Mantelaffen (Guerezas) wurden 48-mal in Gruppen von 6 bis 42 Tieren, Paviane 25-mal in Gruppen von 9 bis 38 Tieren beobachtet. Schimpansen wurden 23-mal gesehen, die größte Gruppe umfasste 17 Mitglieder. Bei den Gorillas wurden in 10 der 12 Monate die beiden Familien Mukali mit 12 Mitgliedern und Gahanga mit 10 Gorillas sowie ein Einzelgänger beobachtet.

Illegale Aktivitäten im Schutzgebiet stellten die Fährtenleser ebenfalls fest: Auslegen von Fallen, Fischfang im Evi-Fluss, Anbau von Feldfrüchten und Holzgewinnung. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen umfassten insgesamt schätzungsweise 249 Hektar, dabei entfielen 200 ha auf Getreide. Außerdem wurden Bohnen und Maniok sowie Kürbisse, Bananen und Chinesische Pflaumen angebaut. Die Fährtenleser entdeckten 9 Vorrichtungen zum Sägen von Brettern und beschlagnahmten 15 Bretter, außerdem insgesamt 13 Fallen - 9 Schlingen aus Metall und 4 aus Lianen.

Im April 2016 erhielten die Fährtenleser eine Schulung in der Bedienung von GPS-Geräten, damit sie während der Patrouillen Daten sammeln können; mit deren Hilfe soll dann eine genaue Karte erstellt werden.

Ein großes Problem in Sarambwe stellt das Eindringen der ugandischen Bevölkerung in das Schutzgebiet dar, unterstützt durch das Militär. Bei einem Treffen von Vertretern der Verwaltung Nord-Kivus und Ugandas, des Militärs, des ICCN, der UWA und des Bwindi-Nationalparks akzeptierten immerhin alle, dass sich die Bevölkerung illegal innerhalb des Schutzgebiets aufhält. Doch stellte sich heraus, dass die Eindringlinge nicht wussten, wo die Grenzen des Reservats genau lagen.

Claude Sikubwabo Kiyengo

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