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Maiko im September 2014

Kategorie: Ausgabe 49, Gorilla Journal, Grauergorillas, Bestandsaufnahme, D. R. Kongo, Kahuzi-Biega, Krieg, Maiko

Der Maiko-Nationalpark dient dem Schutz der außergewöhnlichen Artenvielfalt eines abgelegenen Waldgebiets, in dem Grauergorillas und Okapis leben. Leider ist das Gebiet seit fast 50 Jahren auch Heimat der Simba-Rebellen und deshalb wenig besucht und erforscht.

Die ZGF (Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e. V.) versucht in Zusammenarbeit mit dem ICCN (Institut Congolais pour la Conservation de la Nature) und lokalen Interessengruppen wie auch den Simba-Rebellen die Verwaltung, Überwachung und den Schutz des Parks zu unterstützen, eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinden in Parknähe zu fördern und die Wiedereingliederung der Rebellen in die Gesellschaft voranzutreiben. Sie wird dabei finanziell unterstützt vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe.

Hauptprobleme sind Korruption, Instabilität und die Konflikte zwischen Simba-Rebellen, ICCN-Mitarbeitern und dem kongolesischen Militär (FARDC). Hinzu kommen die Unzugänglichkeit des Waldgebiets und die unzureichende Kommunikationstechnik. Dennoch haben wir bereits einige wichtige Ergebnisse erzielt:

Die ZGF hat insgesamt 900 energiesparende Öfen in den Gemeinden rund um den Park verteilt, um die Abhängigkeit der Bevölkerung von Holzkohle zu reduzieren, die im Park gewonnen wird. 100 Öfen sind noch reserviert für Simba-Familien, die freiwillig das Parkgebiet verlassen und sich in Dörfern außerhalb niederlassen. Daneben hat die ZGF den Bau einer Schule in Bitule unterstützt, die am 25. September 2014 offiziell eingeweiht werden sollte.

Um die Befriedung der Region weiter voranzutreiben, arbeitet die ZGF mit der kongolesischen Kommission zur Entwaffnung, Demobilisierung und Wiedereingliederung zusammen mit dem Ziel, die Umsiedlung der Simba-Rebellen zu unterstützen. Im Mai und Juni 2014 wurde eine Umfrage durchgeführt, um die Bedürfnisse der Simba zu klären.

Die ZGF hat außerdem die Gehälter von 132 ICCN-Mitarbeitern aufgestockt, um ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern und ihre Bereitschaft zu stärken, dieses schwierige Gebiet zu schützen. In Zusammenarbeit mit FFI (Fauna & Flora International) wurde bereits eine erste Schulung für Wildhüter zu den Themen Gorillazählung und Beobachtung von Kleinsäugern durchgeführt.

Ein Hauptziel der ZGF für das Jahr 2014 war es, die Artenvielfalt des Maiko-Nationalparks zu erfassen. Ein Team kongolesischer und internationaler Forscher sollte Mitte Juni mit der Arbeit beginnen. Dann erreichte die ZGF die Nachricht, dass Splittergruppen von Simba-Rebellen keine ausländischen Forscher im Park dulden und Konflikte zwischen FARDC und Simba sowie bewaffnete Banditen die Sicherheit des Forscherteams gefährden könnten. Das Risiko für die Forscher war zu groß, sodass die Studie abgesagt wurde.

Stattdessen organisierten wir eine Schulung im Kahuzi-Biega-Nationalpark. 8 Tage lang wurden 9 ICCN-Wildhüter aus Maiko und 4 Fährtensucher aus Kahuzi-Biega in der Durchführung von Gorillazählungen und in der Beobachtung und Sammlung von Kleinsäuger-Proben unterrichtet. Die Schulung umfasste eine Einführung in Methoden und Techniken, Spurenlesen, Datensammlung in Nestern, Sammeln genetischer Proben, Ausfüllen von Datenblättern, Verwendung von GPS und Tablets.

Leider hat sich die Situation im Maiko-Nationalpark noch nicht wesentlich verbessert. Sobald ein Aufenthalt im Park möglich wird, sollen ICCN-Mitarbeiter in den Gebieten, in denen früher Gorillas beobachtet wurden, Bestandsaufnahmen durchführen, um ihr Vorkommen und auch das anderer Arten zu bestätigen.

Hollie Booth und Osamu Terao

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